Internationale Katarzyna Myćka
Marimba Akademie


IKMMA 2009

IKMMA 2009 - Eine multikulturelle Klanglandschaft

von Lale Pekkip

Wer Ende September in die Hochschule für Musik in Frankfurt eintrat, wusste wahrscheinlich zunächst einmal nicht wie ihm geschah. Dass man hin und wieder Musik hört, wenn man dieses Institut betritt, ist ja nicht wirklich überraschend. Aber dass einen, egal wo man sich in diesem Gebäude befand, ein Klangteppich aus warmen, weichen, und doch klaren Tönen einhüllte, die man zuvor kaum oder noch nie gehört hatte, war neu. Nur woher kamen diese Klänge?

32 Menschen aus fast zwanzig Ländern kamen hier für zehn Tage zusammen, um gemeinsam an der IV. Internationalen Katarzyna Myćka Marimba Akademie (IKMMA) 2009 teilzunehmen, einem Meisterkurs für Marimba.

IKMMA 2009

Dabei stand nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern vielmehr das gemeinsame Musizieren. Viel Kammermusik kam auf die Bühne (G. Blume „Why“, G. Gimenez „Intermedio de la Boda de Luis Alonso, M. Miki „Cassiopeia Marimbana“, D. Milhaud „Saudades do Brazil“, A. Pärt „Fratres“, N. Rosauro „Brasilian Fantasy“ und „Toccata & Divertimento“, M. Schmitt „Blue Horizons“, E. Séjourné „Departures“, J. Spencer „Tribeca Sunflower“, P. Tschaikovsky „Schwanensee Suite“, E. Zack „Chasing the Caribou“). Hier spielten Teilnehmer und Dozenten miteinander. Es ging nicht darum sich selbst zu behaupten; man wollte voneinander lernen, sich inspirieren lassen und neue Freundschaften aufbauen.

Dozenten der Akademie waren keine geringeren als Eric Sammut, einer der bekanntesten Marimbaspieler der Welt, Svet Stoyanov, der trotz seines jungen Alters schon eine Professur für Percussion an der Universität von Miami innehat, außerdem der großartige Gastgeber Rainer Römer, Mitglied des Ensemble Modern und Professor für Schlagzeug an der Frankfurter Musikhochschule und natürlich die Namensgeberin der Akademie, Katarzyna Myćka, die weltweit bekannt ist als Marimba-Solistin, Kammermusikerin, sowie - nicht zuletzt durch die Gründung der IKMMA - als „Botschafterin für die Marimba“.

IKMMA 2009

Die diesjährige IKMMA bot auch eine Plattform für neue Kompositionen. Es wurden einige Stücke uraufgeführt (J. Cagwin „Always, Never, Again“, G. Müller-Hornbach „2x2“, sowie „Chain I“, „Chain II“ und „Chain III“ von Arkadiusz Katny, einem Teilnehmer der Akademie). Eric Sammuts „Lost in the Ocean“ wurde im Rahmen der IKMMA zum ersten Mal in Deutschland aufgeführt.

Jeden Abend fanden an der Frankfurter Hochschule Konzerte statt, die sogenannten Marimba Nights. Einmal gab es auch außerhalb ein Konzert. Zum Auftritt in der Peterskirche kamen einige Schulklassen unterschiedlicher Altersstufen, und als die letzten Töne verhallt waren, stürmten sie nach vorne, um sich Autogramme zu erhaschen. Zu den Höhepunkten gehörte auch Besuch der Probe von Ensemble Modern mit „18 Musicians“ von Steve Reich – wo IKMMA Studenten den großartigen Komponisten aus der nächsten Nähe erleben konnten und mit ihm über seine Musik plaudern konnten.

IKMMA 2009

Das alles wäre natürlich nicht möglich gewesen ohne die freundliche Unterstützung von ADAMS, Brandt Percussion Versand, Malletech, Marimba One, Norsk Musiforlag, Polyhymnia Verlag, PPP und Yamaha – dafür bedanken wir uns herzlichen im Namen der Organisatoren.

Also kam die warme Klanglandschaft, in die man als Besucher der Hochschule eintauchen konnte, von Marimbas; jedoch nicht nur von diesen, sondern auch durch die freundschaftliche Atmosphäre und die Herzlichkeit unter den Teilnehmern. Gerade das Zusammenkommen der unterschiedlichsten Kulturen, bestimmte die abwechslungsreiche und ausgelassene Atmosphäre.

IKMMA 2009

Da wundert es kaum einen, dass auch wahre Marimba-Größen, wie das Tchiki Duo aus der Schweiz, das Slowenische Percussion Duo (Gewinner des IPC Luxemburg und PENDIM 2009), die Amerikanerin Julie Spencer oder Ney Rosauro aus Brasilien für einen oder mehrere Tage vorbeikamen, Konzerte gaben und Workshops hielten.

IKMMA 2009

Jetzt, da alle Teilnehmer wieder in ihre Heimat zurückgereist sind, ist es ungewöhnlich still an der Hochschule. Aber die Erinnerungen an diese schöne, intensive Zeit klingen noch eine Weile nach. Und die Vorfreude auf ein Wiedersehen bei der nächsten IKMMA ist groß!